Geht das auch online?

Erst kennenlernen. Dann weiterarbeiten, wie es zu dir passt.

Warum ich dich zuerst persönlich sehen möchte – und wie es danach weitergehen kann.

Zu mir kommen Menschen, denen der Weg in eine Praxis schwerfällt. Für manche kostet die Anfahrt mehr Kraft als der Termin selbst. Deshalb möchte ich dir hier vorab erklären, wie eine Begleitung bei mir abläuft.

Einmal persönlich, danach so, wie es für dich passt

Bevor wir miteinander arbeiten, möchte ich dich gern einmal persönlich in meiner Praxis treffen. Das ist mir wichtig, und ich frage auch dann danach, wenn du eigentlich lieber online arbeiten würdest.

Das hat nichts mit Misstrauen zu tun. Im direkten Kontakt nehme ich Dinge wahr, die über einen Bildschirm schwerer zu erfassen sind – wie es dir körperlich geht, wie dein Nervensystem auf Nähe reagiert, was du nicht sagst. Das hilft mir einzuschätzen, ob und wie ich dich gut begleiten kann. Diese Sorgfalt schulde ich dir.

Danach entscheidest du. Manche kommen weiterhin in die Praxis. Manche arbeiten ab dann nur noch online. Viele machen es gemischt: online im Alltag, vor Ort, wenn es gerade passt oder wenn wir an etwas arbeiten, bei dem Präsenz guttut.

Wenn schon dieses eine Treffen eine große Hürde ist, sag es mir im Erstgespräch. Wir finden dann einen Weg, der für dich machbar ist.

Was in einer Sitzung passiert, passiert in dir

Die Arbeit, die ich mache, braucht keinen gemeinsamen Raum im wörtlichen Sinn. Sie braucht Aufmerksamkeit nach innen.

In einer typischen Sitzung sitzt du bequem, oft mit geschlossenen Augen. Du richtest deine Aufmerksamkeit auf etwas, das in dir spürbar ist – eine Anspannung, ein Gefühl, ein Satz, der immer wieder auftaucht. Wir bleiben bei dem, was auftaucht, und schauen es uns gemeinsam an. Ich begleite dich mit meiner Stimme, mit Fragen, mit dem, was ich wahrnehme.

Nichts davon verändert sich dadurch, dass wir uns über einen Bildschirm sehen statt über einen Tisch hinweg. Meine Stimme erreicht dich genauso. Deine Aufmerksamkeit geht ohnehin nach innen.

Auch die Atemarbeit funktioniert online. Du liegst dabei auf deiner eigenen Matte, mit deiner eigenen Decke, in deinem eigenen Licht – und wenn danach der Impuls kommt, einfach liegen zu bleiben, musst du dich nicht aufraffen, um nach Hause zu fahren.

Online ist hier keine abgespeckte Variante. Es ist dieselbe Arbeit, nur an einem Ort, den du bereits kennst.

Wenn der Weg das Problem ist: manchmal ist die Anfahrt anstrengender als die Sitzung

Wenn du empfindlich auf Reize reagierst, sieht ein Therapietermin anders aus, als die meisten denken. Er beginnt nicht, wenn du dich hinsetzt. Er beginnt an der Haltestelle.

Volle Bahn, Stimmen, Licht, Gerüche. Ein fremdes Wartezimmer. Ein Flur, den du nicht kennst. Bis du im Gespräch ankommst, hast du schon einen beträchtlichen Teil deiner Kraft ausgegeben – für den Weg, nicht für die Arbeit.

Und danach noch einmal dasselbe zurück, in einem Zustand, in dem du eigentlich Ruhe bräuchtest.

Zu Hause fällt all das weg

  • Du bist an einem Ort, den du kennst. Dein Nervensystem muss ihn nicht erst prüfen.
  • Licht, Temperatur, Geräusche, Sitzposition bestimmst du selbst.
  • Du kannst eine Decke nehmen, dein Tier bei dir haben, etwas in den Händen halten, dich bewegen, wie es dir guttut – ohne dich beobachtet zu fühlen.
  • Nach der Sitzung bist du schon da, wo du hinwolltest. Du kannst dich hinlegen, statt dich zurückzukämpfen.
  • Wenn ein Tag schlecht ist, fällt die Hürde weg, trotzdem loszufahren. Das macht es wahrscheinlicher, dass du überhaupt kommst.

Für manche Menschen ist das kein netter Zusatz, sondern die Voraussetzung dafür, sich überhaupt Hilfe zu holen. Genau deshalb biete ich diese Arbeit online an – besonders für Menschen, für die vor Ort im Moment keine Alternative ist.

Du wohnst weit weg oder kannst nicht reisen?

Dann melde dich trotzdem. Im Erstgespräch schaue ich mir deine Situation an, du sagst mir, was möglich ist und was nicht, und wir überlegen gemeinsam, ob und wie eine Zusammenarbeit aussehen kann.

Was dabei herauskommt, hängt davon ab, worum es bei dir geht. Manches lässt sich gut begleiten, auch wenn wir uns selten sehen. Anderes nicht. Das kann ich erst einschätzen, wenn ich weiß, was du mitbringst – deshalb steht hier kein pauschales Versprechen.

Schreib mir gern schon bei der Anfrage, dass eine Anreise für dich schwierig ist. Dann sprechen wir im Erstgespräch gleich darüber, statt dass du es erst erklären musst.

Es gibt Situationen, in denen ich online nicht arbeite

Wenn du dich gerade in einer akuten Krise befindest, wenn es dir anhaltend sehr schlecht geht oder wenn Gedanken da sind, dir das Leben zu nehmen, ist eine Begleitung über den Bildschirm nicht das Richtige. In solchen Lagen braucht es Menschen, die im selben Raum sind und im Notfall unmittelbar handeln können.

Das ist keine Zurückweisung. Es ist der Unterschied zwischen dem, was ich verantworten kann, und dem, was du gerade brauchst.

Wenn das auf dich zutrifft: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111. In akuten Notfällen wähl die 112 oder wende dich an die psychiatrische Ambulanz einer Klinik in deiner Nähe. Eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung ist dann der richtige erste Schritt.

Wenn sich deine Lage stabilisiert hat, können wir gern noch einmal sprechen.

Technisch ist es einfacher, als du vielleicht denkst

  • Einen Raum, in dem du für die Dauer der Sitzung ungestört bist.
  • Laptop, Tablet oder Handy mit Kamera – was du ohnehin hast.
  • Eine Internetverbindung, die für Videotelefonie reicht.
  • Kopfhörer, wenn dir das angenehmer ist. Für viele ist der Ton darüber klarer und weniger anstrengend.
  • Einen ruhigen Platz zum Sitzen oder Stehen (oder Liegen, wenn du das willst).
  • Immer wenn dir die Kamera zu viel wird, kannst du sie ausschalten.

Du musst nichts installieren und dich nirgendwo registrieren. Du bekommst vor dem Termin einen Link, den du anklickst – das war es.

Ich arbeite mit Zoom, was du vielleicht schon kennst. Da Datenschutz sehr wichtig ist, habe ich mit Zoom einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) abgeschlossen und nutze nur Server in EU-Rechenzentren für die Datenspeicherung.

Lass uns zuerst sprechen

Im Erstgespräch klären wir, worum es bei dir geht, ob meine Art zu arbeiten passt und in welcher Form wir das machen – vor Ort, online oder gemischt. Du musst nichts vorbereiten und dich für nichts rechtfertigen.

Das Erstgespräch selbst findet online oder telefonisch statt. Du musst dafür nirgendwo hinfahren.